📍 Ungarn - Tag 767 ☀️☁️

👉 Was wir so den ganzen Tag hier am Platz machen, fragte mich ein Anwohner, nachdem er uns und unseren dicken Mo hier am Waldrand entdeckt hatte.
Neben ein paar Pflegearbeiten am Mo und der gestrigen Homeofficetour (es hat den halben Tag geregnet) zog es uns heute wieder raus in die Natur.
Der Platz hier in Ungarn lädt uns zu einer Wanderung durch den angrenzenden Wald und die Umgebung ein. Die Sonne hielt sich anfänglich noch leicht versteckt, was das Erkunden sehr angenehm machte. Ein Ziel der Wanderung war ebenso schnell gefunden, denn mit Besonderheiten im Bereich Natur und Baukunst ist die Region perfekt ausgestattet.

Die größte Bronzestatue eines Vogels in Mitteleuropa steht hier in Ungarn, genauer gesagt in der Stadt Tatabánya ganz in der Nähe unseres aktuellen Stellplatzes. Also flugs die Crocs gegen die Wanderschuhe getauscht und los ging es!
Das Turul-Denkmal zeigt ein zentrales Fabelwesen aus der ungarischen Mythologie, das eine Mischung aus Adler und Falke darstellt. Der Turul gilt als symbolischer Urvater und Wegweiser der Ungarn bei der historischen Landnahme. Mit einer Spannweite von gut 15 Metern thront er auf dem Kő-Hügel direkt über der Stadt Tatabánya und ist von der naheliegenden Autobahn schon von Weitem, am Felsen emporragend, sichtbar.

Damit aber nicht genug. Auf dem Weg zum Turul machten wir noch einen Abstecher zur Szelim-Höhle. Und was ist das für eine Höhle! Sie ist eine der spektakulärsten Natursehenswürdigkeiten hier in dieser Region. In dieser riesigen, kathedralenartigen Halle im Fels, in der bereits 200.000 Jahre v. Chr. steinzeitliche Jäger Zuflucht gesucht haben (mit Knochen- und Steinwerkzeugfunden belegt), gibt es gewaltige Deckenöffnungen (sogenannte Einsturzfenster), durch die das Tageslicht faszinierend einfällt. Diese Höhle, die ihren Namen von einer grausamen Tragödie aus dem verheerenden Tatarensturm im 13. Jahrhundert erhielt, diente in der Neuzeit ebenso als Filmkulisse für den Fantasyfilm „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ sowie für die Serie „The Witcher“.

Unser Weg führte uns hier zum einen durch verwachsene, alte Buchen- und Eichenwälder, inklusive der Begegnung mit einem Reh und unzähligen Vogelsichtungen. Was besonders auffiel, waren die vielen verschiedenen Spechtarten. Und natürlich war auch einer meiner Favoriten unterwegs, der Eichelhäher. Und nicht nur einer ist uns auf der Tour begegnet!

Das war alles? Mitnichten! Unweit des Turul steht der Ranzinger-Aussichtsturm. Dieser Turm ist ein originaler Schachtförderturm und stand ursprünglich nicht auf dem Berg, sondern direkt über dem Bergwerksschacht „XII/A“ im Tal.
Im Jahr 1978 kam es im Schacht XII/A zu einer schweren Schlagwetterexplosion, bei der 26 Bergleute ihr Leben verloren. Nach der Schließung der Mine wurde der 30 Meter hohe Stahlturm abgebaut, auf den 366 Meter hohen Csúcsos-hegy – so heißt der hiesige Berg – transportiert und dort 1980 wieder aufgebaut.
Der Förderturm darf betreten werden und nach 156 Stufen hatten wir die perfekte Aussicht auf die umliegende Region.
Und dort ganz in der Ferne wartete bereits unser dicker Mo auf uns.

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